Voltigieren in Rheinland - Pfalz

DJM 2009 - Ein Wechselbad der Gefühle für Rheinland - Pfälzische Voltigierer

 

Die „Alten" hatten es vorgemacht und da wollten die „Jungen" natürlich an die guten Ergebnisse von Klein Partwitz anknüpfen.

 

Dass es nicht leicht sein würde, hatte sich bereits im Vorfeld angekündigt, als das Juniorteam Mainz-Ebersheim die Hiobsbotschaft erhielt, dass ihr Gruppenpferd Raymiss wegen einer Hufgelenksentzündung nicht eingesetzt werden könne. Giacomo neben dem Einzel noch in der Gruppe einzusetzen war nicht möglich, da für diesen die Gruppenkür doch zu schwer war. Hilfe kam dann vom Reiterverein Idar-Oberstein in Form von Leopold, dem Gruppenpferd der 1. Mannschaft nebst Longenführerin Rosi Röper. Nach 5 Trainingseinheiten war dann klar, dass man das Experiment Deutsche Meisterschaft starten wollte, denn Gruppe und Pferd kamen gut miteinander klar.

 

Keine Probleme gab es bei der Verfassungsprüfung am Donnerstag. Adonis, Giacomo und Leopold passierten einwandfrei den VetCheck und erhielten Starterlaubnis.

 

Freitags mussten zunächst die beiden Einzelvoltigierer an den Start. Kein Losglück hatte Sarah Nehmert (VFZ Mainz-Ebersheim) mit ihrem Pferd Giacomo (Longe Alexandra Dietrich) die bei ihren ersten Deutschen Meisterschaften gleich als 6. Starterin in den Zirkel einlaufen musste. Mit etwas Problemen beim Aufgang und verhaltenen Schwungübungen lag sie nach der Pflicht auf dem 28. Platz. Besser lief es dann in der Kür. Mit einer Gesamtnote von 7,056 konnte sie einige Plätze gutmachen und rangierte nach der ersten Wertungsprüfung auf Platz 19.

 

Einen besseren Startplatz hatte Konstantin Merk (RC Neustadt) mit Adonis (Longe Ute Merk). Leider aber war Adonis von der neuen hellen Halle und den drei Tribünen alles andere als begeistert und so reichte es für Konstantin nach der Pflicht nur zu Platz 6 in der mit 9 Voltigieren schwach besetzten Herrenkonkurrenz. In der Kür lief dann nichts mehr zusammen. Nervosität machte sich breit und so beendete Konstantin den ersten Umlauf auf Platz 9.

 

Grund zum Jubeln gab es dann für das Juniorteam Mainz Ebersheim. Superstartplatz in der letzten Startergruppe des Wettbewerbs und ein gut gelaunter Leopold, der sich von der Kulisse an diesem Tag überhaupt nicht beeindrucken ließ. Für Außenstehende war kaum erkennbar, dass die Gruppe auf einem Ersatzpferd startete. Mit 6,286 wurde die Leistung von den Richtern belohnt. Dies bedeutete Platz 6 in der ersten Wertungsprüfung und eine DJM-Platzierungsschleife.

 

Leider aber wollte samstags alles nicht so richtig klappen. Beide Einzel konnten bei den Pflichtdurchgängen keinen Boden gut machen und auch für das Juniorteam gab es einen Rückschlag. Leopold zeigte zu Beginn des Kürdurchgangs, dass ihm die Musik nicht gefiel und schaltete im Galopp einen Gang höher. Zwar beruhigte er sich dann im Verlauf der Prüfung, aber die Gruppe war dann doch nervös geworden, was natürlich zu Unsicherheiten in der Ausführung und dem ein oder anderen unfreiwilligen Abgang führte.

 

Am Abschlusstag wollten alle dann noch einmal zeigen, was möglich ist. Konstantin machte das Beste aus der Situation mit seinem schlechtgelaunten Adonis, konnte aber leider die rote Laterne in der Herrenkonkurrenz nicht mehr abgeben. Sarah zeigte nochmals eine schöne und saubere Kür und erhielt die Wertnote 7,737, was in der Kürwertung Platz 13 bedeutete. Damit behielt sie auch in der Gesamtwertung den bereits in der ersten Wertungsprüfung erreichten 19. Platz. Eine gute Leistung für den Neuling in dem mit 36 Teilnehmerinnen doch sehr großen Starterfeld.

 

7,097 lautete das Ergebnis, das das Juniorteam dann in der abschließenden Kür erhielt. Nach dem Ergebnis des Vortags hätte keiner damit gerechnet, dass die junge Gruppe mit dem fremden Pferd nochmals zu einer solchen Steigerung fähig sein würde. Musik und Kür am Anfang etwas geändert und schon war Leopold zufrieden und den Mädels ein zuverlässiger Partner. Nicht nur der Trainerin der Gruppe, Alexandra Dietrich, und Landestrainer Holger Janssen, die während der Prüfung am Zirkelrand ausharren mussten, fielen nach dem Auslauf ganze Geröllhalden vom Herzen auch die mitgereisten Eltern brachten ihre Erleichterung lautstark zum Ausdruck.

 

Platz 11 nach dieser letzten Kür bedeutete dann Platz 12 in der Gesamtwertung. Mehr wäre zwar möglich gewesen, aber bei der gegebenen Situation ist dieses Ergebnis für die Gruppe sehr hoch zu bewerten.

 

Es waren tolle Tage in München. Das Drumherum stimmte und der Zusammenhalt aller Mitgereisten war einfach super. Beim Verbandsgrillen, das von Frau von Opel am ersten Abend organisiert worden war, konnte man auch Kontakte zu den anderen Rheinland-Pfälzern und insbesondere auch zu den Trainern der anderen Sparten knüpfen. Beim Länderabend marschierte eine fröhliche Truppe auf den großen Springplatz bewaffnet mit vielen Landesfahnen. Verstärkt wurden die Aktiven dabei noch von den mit grünen T-Shirts bekleideten Teilnehmern der vom Jugendteam organisierten DJM-Busfahrt. Diese waren auch immer zur Stelle, wenn irgendwo auf dem riesigen Turniergelände ein Rheinland-Pfälzer an den Start ging und halfen beim Daumendrücken.

 

Vielleicht hatte sich der ein oder andere von diesen Deutschen Meisterschaften mehr erhofft oder vielleicht war auch von einigen etwas mehr erwartet worden, aber eines wurde doch bei diesen Meisterschaften deutlich, die Sparten innerhalb des Landesverbandes nähern sich an und das Wir-Gefühl wird zum Leben erweckt. Dies ist ein positiver Aspekt, den es noch auszubauen gilt.


Rosi Röper