Faszination Voltigieren  -

 

 Bad Ems zieht Kreise 

 

Bericht zur Landesmeisterschaft

 

Skepsis machte sich doch bei dem ein oder anderen breit, als bekannt wurde, dass sich der PSV Bad Ems für die Ausrichtung der diesjährigen Landesmeisterschaften im Voltigieren beworben hatte. Doch diese Skeptiker wurden sehr rasch eines besseren belehrt, denn das was die Bad Emser auf die Beine gestellt hatten, war eine rundum gelungene und würdige Meisterschaft, so dass sich die nachfolgenden Veranstalter sehr anstrengen müssen, um da noch eine Steigerung herbeizuführen. 

 

Bereits das in größerer Auflage erstellte Eventmagazin war eine super Idee und die zahlreichen Sponsoren hatten so bereits im Vorfeld der Meisterschaft die Möglichkeit sich in einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren.

 

Und auch sonst wurde im Umfeld der Meisterschaft einiges geboten. Verkaufs- und Infostände, Kinderbelustigung und mal etwas anders geartete Verpflegungsstände boten den Aktiven und Zuschauern die Möglichkeit zur Entspannung zwischen den Wettkämpfen.

 

Heide Pozepnia und ihr Team waren ständig bemüht, dass sich Zwei- und Vierbeiner in Bad Ems wohlfühlten. Die Pferde waren gut im Stallzelt untergebracht und zum Ablongieren stand ebenfalls ein Zelt zu Verfügung, so dass die Teilnehmer sich auch optimal auf die einzelnen Prüfungen vorbereiten konnten.

 

Auch der Wettergott zeigte sich nach vorangegangenen Regenfällen in Meisterschaftslaune und nach nebligem Beginn in den Morgenstunden gab es dann doch noch sommerliche Temperaturen.

 

Dass bei solch guten Rahmenbedingungen auch guter Sport geboten wurde, versteht sich von selbst.

 

Wie auch schon im vergangenen Jahr mussten durch die neue LPO in mehreren Leistungsklassen die Meistertitel vergeben werden.

 

Sowohl bei den S- als auch bei den Juniorteams war das Starterfeld mit jeweils zwei Mannschaften überschaubar. Mainz-Laubenheim II wurde bei den S-Teams seiner Favoritenrolle gerecht und sicherte sich einmal mehr die Meisterschärpe. Die DM-Achten ließen dem TUWI Adenau nicht den Hauch einer Chance und so musste sich dieser mit der Silbermedaille begnügen.

 

Bei den Juniorteams musste Mainz-Ebersheim wegen Krankheit ihres Pferdes Lorraine dieses Mal auf Ersatzpferd Giacomo umsteigen, der eigentlich nur noch im Einzel und Doppel eingesetzt wird. Doch wie schon bei der DJM bewies die Mannschaft, dass sie gut in der Lage ist, mit kurzfristigen Pferdewechseln umzugehen. Mit dem Sieg in der Finalprüfung erzielten sie dann auch den 1. Platz in der Meisterschaftswertung und verwiesen die Gastgeber aus Bad Ems auf den Silberrang.

 

Bei den M-Gruppen führte kein Weg am Harry-Team vorbei. Der kleine Schecke von Hanne Strübel bewies einmal mehr seinen Kampfeswillen und seine Gruppe konnte sich wieder voll auf den Tinker verlassen. Mit deutlichem Vorsprung gelang Mainz-Lauben-heim III der Sieg in der Meisterschaft. Auf Platz 2 folgte Daun I, denen mit dem Fuchswallach Santo wieder ein hervorragendes Pferd zur Verfügung steht, der die Voltigierer wieder an die Erfolge vorangegangener Jahre anknüpfen lässt. Sehr zur Freude seiner Ausbilderin Vera Maas-Lehmberg wurde Santo  auch als bestes Pferd des Turniers ausgezeichnet. Die Bronzemedaille bei den M-Gruppen ging an Mainz-Ebersheim III, die in der letzten Wertungsprüfung mit einer guten Kür noch an Idar-Oberstein I vorbeiziehen konnten.

 

Der Titel im Doppelvoltigieren wurde zum 3. Mal in Folge erfolgreich von Frauke Bischof und Carolin Haslinger aus Idar-Oberstein mit Captain Crash (Longe Rosi Röper) verteidigt. Die beiden, die im Kindesalter in Kirn mit dem Voltigieren begannen und 1996 zum Reiterverein Idar-Oberstein wechselten, bewiesen wieder einmal, dass nicht unbedingt zahlreiche Höchstschwierigkeiten sondern insbesondere Ausführung und Musikinterpretation in Harmonie mit dem Pferd den Reiz des Doppelvoltigierens ausmachen.
Die Silbermedaille errangen Eva Birner und Sabrina Stehr vom RV Palatina Höningen mit Belmondo (Longe Reinhild Stehr). Auf dem Bronzeplatz folgten Annika Dietrich und Clara Hartung, Mainz-Ebersheim, mit D'Esprit, longiert von Alexandra Dietrich.

 

Im Einzelwettbewerb der Damen gab es eigentlich bezüglich der Meisterschaft keine Überraschung. Seit 2000 hat Frauke Bischof, RV Idar-Oberstein, diesen Titel abonniert und konnte ihn in Bad Ems auch zum 10. Mal erfolgreich verteidigen, zum 3. Mal in Folge mit Captain Crash. Auf Platz 2 und 3 folgten die Juniorinnen aus Mainz-Ebersheim, Anna Werling und Sarah Nehmert. Die beiden zeigten starke Leistungen und bewiesen, dass man sich um die Zukunft des Einzelvolitigierens in Rheinland-Pfalz keine Sorgen machen muss.

 

Endlich einmal einen richtigen Wettkampf gab es in der Herren-konkurrenz. Blieb in den letzten Jahren das dritte Treppchen meistens leer, so traten in diesem Jahr gleich vier Herren an. Genannt waren eigentlich 5, aber Konstantin Merk konnte verletzungsbedingt leider nicht an den Start gehen. Bereits nach den Vornoten hatte Moritz Wolf hier die Nase vorn. Moritz lieferte drei solide Runden ab und konnte die zweite Wertungsprüfung, be-stehend aus Technikprogramm und Kür, bei der Damen und Herren zusammen bewertet und platziert werden, vor Frauke Bischof für sich entscheiden. Somit war auch der Weg zum Einzeltitel geebnet und Moritz durfte auf dem obersten Treppchen die Meisterschärpe zusammen mit seiner Trainerin Hanne Strübel und Pferd Elevation in Empfang nehmen. Auch hier auf dem Silbermedaillenrang ein Junior, nämlich Lasse Dröscher, Voltigieren Wildenburg, der mit Gismo (Longe Ulrike Dröscher) an den Start gegangen war. Die Bronzemedaille ging an Jürgen Köhler, Zweibrücken, der auf diesem Turnier auf dem Enkenbacher Pferd Aquilino (Longe Stephanie Hill) an den Start ging.

 

Im Rahmen des Turniers wurde auch das diesjährige Finale des Basiseinzelchampionats Rheinland-Pfalz ausgetragen. Das Niveau dieser Prüfung war in diesem Jahr sehr hoch und die beiden erstplatzierten Teilnehmerinnen wurden von Landestrainer Holger Janssen auch in den Landeskader U 18 berufen. Als Siegerin ging Annika Dietrich, Mainz Ebersheim, mit Giacomo (Longe Alexandra Dietrich) hervor. Die Plätze 2 und 3 gingen an die Gastgeber, und zwar an Sophie Hofmann und Johanna Saalmann, die auf Parvos (Longe Heide Pozepnia) voltigierten.

 

Den Nachwuchspokal, der bei den A-Gruppen, ausgetragen wurde, erhielt Wildenburg I, den Juniorcup - L-Gruppen - sicherte sich Trier-Monaise I.


Mit der feierlichen Meisterehrung ging eine Landesmeisterschaft zu Ende, von der man sicher noch einige Zeit reden wird. Super Atmosphäre, gute Stimmung, tolle Leistungen und spitzenmäßige Gastgeber - es stimmte einfach alles in der Kurstadt Bad Ems.

 

 

                                                                                                     RR