Voltigieren in Rheinland - Pfalz

Preis der Besten 2010 -

Sichtung für Kentucky auf rheinland-pfälzischem Boden

 

Bereits bei der Bewerbung war allen Beteiligten klar, dass mit der Durchführung des „Preis der Besten“ eine Menge Arbeit auf alle zukommen würde. Von der Infrastruktur her ist die Anlage geradezu prädestiniert für eine solche Großveranstaltung und das Birkenhof Team hat in den letzten Jahren immer wieder bewiesen, dass ihm keine Aufgabe zu schwer ist. In Zusammenarbeit mit dem Fachbeirat Voltigieren stellte der Reiterverein Kurtscheid eine Veranstaltung auf die Beine, die den Aktiven und Zuschauern sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird.

 

Als Schirmherrin konnte die frühere Weltklassevoltigiererin Nadja Ehning geb. Zülow gewonnen werden, die auch am Samstag zusammen mit ihrer Tochter Yula ganztägig anwesend war. Eine schöne Idee war auch der Besuch eines Schornsteinfegers, der allen Platzierten bei der Siegerehrung gratulierte und Glück für die weitere Saison wünschte.

 

„Etwas schlecht wurde mir schon, als bei der Verfassungsprüfung 7 Pferde rausgenommen wurden“, meinte Silke Rubach, eine der Turnierleiterinnen. Die Einzelvoltigierer konnten sich aber untereinander aushelfen. Bei den Gruppen wurde dieses Glück leider nicht allen Betroffenen zuteil.

 

Interessant waren dann aber die Wettkämpfe und die vielen Zuschauer - samstags 900 und sonntags 1000 (ausverkauft) – kamen vollends auf ihre Kosten. Auch das Wetter hat mitgespielt, nur am Sonntag in der Mittagspause gab es mal ein Gewitter mit Regen und Hagelschutt von etwa 10 Minuten. Das störte den Ablauf jedoch nicht. Traditionell kam der Regen dann zur Siegerehrung wieder, wie schon an einigen Landesmeisterschaften

 

In einem spannenden Mannschaftswettkampf, bestehend aus einer Pflicht und zwei Kürdurchgängen, setzte sich Ingelsberg gegen die starke Konkurrenz durch. Mit insgesamt 8,090 Punkten verwiesen sie, Neuss-Grimlinghausen (7,677) und das Team Bleyer der JRG Köln (7,525) auf die Plätze zwei und drei. Nach dieser Leistung wurde Ingelsberg auch von der Bundestrainerin für die Weltreiterspiele nominiert.

 

Das Einzelvoltigieren der Herren dominierte einmal mehr Kai Vorberg, Köln. Die Wertnote von insgesamt 8,284 bedeutete Platz 1 vor Gero Meyer (8,227) und Viktor Brüsewitz (8,087) und damit auch die Fahrkarte nach Kentucky. Die rheinland-pfälzischen Farben bei dieser Prüfung vertrat Moritz Wolf vom Laubenheimer Reitverein und belegte Platz 6.

 

Noch keine Nominierung gab es in der Damenkonkurrenz. Hier lagen die Ergebnisse sehr dicht beieinander, so dass sich noch keine klaren Favoriten abzeichneten. Simone Wiegele und Antje Hill, beide Neuss, lieferten sich bis zum Schluss einen spannenden Wettkampf, den dann hauchdünn Simone Wiegele mit 8,091 für entschied. Antje Hill belegte mit 8,085 Platz 2 vor Sarah Kay.

 

Ging es bei den Senioren um die Qualifikation für die Weltmeisterschaft so hatten die Junioren die Europameisterschaften im Visier. Drei Pferde der Juniorteams hatten die Verfassungsprüfung nicht passiert. Hiervon betroffen auch die Ingelsberger und das Team Peiler Hamm. Während Ingelsberg auf Ersatzpferd Gran Gaudino umstieg, verzichtete Hamm auf einen Start bei diesem Turnier. Trotz dieser Umstellung gelang den Ingelsbergern mit 7,287 der Sieg vor Büren (6,754) und Neuss (6,734). Wer letztendlich bei der EM an den Start gehen wird, entscheidet sich allerdings erst nach dem CVI in Belgien.

 

Bei den Junior-Herren ging Thomas Brüsewitz als Sieger hervor mit einer Wertnote von 7,674. Die Plätze 2 und 3 gingen an Jannik Heiland und Thorben Jacobs. Die drei Erstplatzierten, die alle dem Landesverband Hannover angehören, wurden auch für die Europameisterschaft nominiert. Auch für diese Prüfung hatte ein Rheinland-Pfälzer die Starterlaubnis erhalten. Lasse Dröscher, Voltigieren Wildenburg, startete auf einem Pferd aus Hohenhameln und belegte in der Endabrechnung Platz 7.

 

Nach den ersten Plätzen in den Gruppenwettbewerben ging auch der Sieg bei den Junior-Damen nach Bayern. Hier konnte sich Jennifer Braun mit 7,232 gegen ihre Konkurrentinnen durchsetzen. Lisa-Christine Freund und Gianna Meyer aus Westfalen belegten die weiteren Plätze. Bei den Damen erfolgt die endgültige Nominierung nach dem CVI in Krumke.

 

Einen guten Eindruck hinterließ auch die rheinland-pfälzische Teilnehmerin Clara Hartung, Mainz-Ebersheim, die in der Endabrechnung Platz 6 belegte.

 

Auch bei den Doppelvoltigierern ging es um den Titel „Preis der Besten“. Mit Ersatzpferd Elevation (Longe: Hanne Strübel) ging das baden-württembergische Doppel Theresa-Sophie Bresch /Daniel Rein an den Start und sicherte sich mit einer Wertnote von 7,520 den Titel vor Ines Jückstock/Ann-Christin Burmeister mit 7,443 aus Schleswig-Holstein. Ines Klophaus/Jennifer Leitlof aus dem Rheinland belegten den 3. Platz.

 

„Der Preis der Besten in Kurtscheid war ein Turnier mit Vorbildcharakter. Sowohl die sportlichen Rahmenbedingungen für die Aktiven und Richter als auch die Voraussetzungen für die Zuschauer waren optimal. Den Mitgliedern und dem Vorstand des Reitvereines Kurtscheid sowie den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern, Sponsoren und Förderern gilt ein besonderer Dank. Sie haben dafür gesorgt, dass sich Longenführer, Voltigierer, Pferde, Richter und Zuschauer wohl gefühlt haben. Selten zuvor hat ein Preis der Besten so viele Zuschauer zu Gast gehabt und so wurde die Sichtung für die Weltmeisterschaften und Junioren-Europameisterschaften gleich zu Beginn der Saison zu einem echten Highlight. Die Sportler haben es mit guten Leistungen und die Zuschauer mit einer tollen Atmosphäre gedankt. Wir würden uns freuen, wenn sich Kurtscheid auch in Zukunft nochmal um die Ausrichtung einer Bundesveranstaltung bewerben würde.“

 

Mit diesen Worten zog der Pressesprecher der FN und Mitglied des Disziplinausschuss Voltigieren Dr. Dennis Peiler Bilanz über den diesjährigen Preis der Besten.

 

Rosi Röper